Vergabestatus
Der Vergabestatus zeigt an, ob ein Vergabeverfahren mit einem Zuschlag endete und — falls nicht — warum nicht. AusschreibungsRadar wertet dafür die TED-Felder winner_chosen und not_awarded_reason aus.
In den TED/eForms-Vergabeergebnissen meldet die Vergabestelle nicht nur ob ein Auftrag vergeben wurde, sondern auch warum gegebenenfalls nicht. AusschreibungsRadar zeigt diese Information transparent an, weil ein „Auftragnehmer nicht öffentlich gemeldet" eine ganz andere Aussage hat als „Verfahren ohne Zuschlag beendet".
Mögliche Status-Werte
Auftrag vergeben: Die Vergabestelle hat einen Auftragnehmer ausgewählt. In etwa 10 % aller Vergabeergebnisse wird auch der Firmenname öffentlich gemeldet (Volltransparenz). In den übrigen ~63 % der vergebenen Aufträge bleibt der Auftragnehmer-Name in TED leer — die Plattform zeigt dann „Auftrag vergeben — Auftragnehmer nicht öffentlich gemeldet".
Verfahren beendet ohne Vergabe (TED-Code clos-nw): Das Verfahren wurde abgeschlossen, ohne dass ein Vertrag entstanden ist. In Verbindung mit not_awarded_reason kennen wir oft den konkreten Grund:
- Keine Angebote eingegangen (
no-rece): häufigster Grund — kein Bieter hat sich beworben - Alle Angebote ausgeschlossen (
all-rej): die eingegangenen Angebote erfüllten die Anforderungen nicht - Bedarf hat sich geändert (
chan-need): Vergabestelle braucht die Leistung in dieser Form nicht mehr - Mittel nicht ausreichend (
ins-fund): Budget reicht für die eingegangenen Angebote nicht - Nur ein zulässiges Angebot (
one-admis): Wettbewerb kam mangels Konkurrenz nicht zustande - Rücknahme durch Auftraggeber (
rev-buyer) oder Nachprüfungsstelle (rev-body) - Vertrag nicht unterzeichnet (
no-signed): Zuschlag erteilt, aber kein Vertrag zustande gekommen - Technischer Verfahrensfehler (
tch-pr-error) - Sonstige Gründe (
other)
Verfahren noch offen (open-nw): Die Vergabe ist noch nicht entschieden, der Status kann sich noch ändern.
Was Bieter aus dem Vergabestatus lernen können
Der Anteil der „Keine Angebote eingegangen"-Notices in einer Branche oder bei einem Auftraggeber ist ein direktes Marktsignal: viele leere Verfahren bedeuten, dass die Konditionen für Bieter nicht attraktiv sind — möglicher Hebel für eigene Angebote. Auch der Anteil der „Alle Angebote ausgeschlossen"-Notices ist aussagekräftig: hohe Quoten deuten auf strenge Eignungskriterien oder formale Hürden hin.
Warum nicht jede Vergabe einen Namen zeigt
Das Veröffentlichen des Auftragnehmer-Namens ist in den meisten Fällen Pflicht, in der Praxis aber lückenhaft. Manche Vergabestellen melden den Namen erst Monate später nach, manche bei Direktvergaben oder Rahmenverträgen gar nicht. Bei rund 17 % aller Vergabeergebnisse ist der Status komplett leer — auch hier zeigt AusschreibungsRadar dann gar keine Auftragnehmer-Information statt etwas Falsches zu erfinden.
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