Vergabe-Glossar
85 Fachbegriffe aus dem öffentlichen Beschaffungswesen — verständlich erklärt. Von Angebotsphase bis Zuschlagskriterien.
A
Angebotsfrist
Die Angebotsfrist ist der Zeitraum, innerhalb dessen Bieter ihr Angebot beim Auftraggeber einreichen müssen.
Definition lesenAngebotsphase
Die Angebotsphase ist der Zeitraum zwischen der Veröffentlichung der Vergabeunterlagen und dem Ablauf der Angebotsfrist.
Definition lesenAufhebung des Vergabeverfahrens
Die Aufhebung beendet ein Vergabeverfahren vorzeitig ohne Zuschlagserteilung — sie ist nur aus bestimmten gesetzlich definierten Gründen zulässig.
Definition lesenAuftragsbekanntmachung
Die Auftragsbekanntmachung ist die offizielle Veröffentlichung einer Ausschreibung auf einer Vergabeplattform oder im EU-Amtsblatt (TED).
Definition lesenAusschlussgründe
Ausschlussgründe sind gesetzlich definierte Umstände, die zum zwingenden oder fakultativen Ausschluss eines Bieters aus dem Vergabeverfahren führen.
Definition lesenB
Bestbieter
Das Bestbieterprinzip besagt, dass der Zuschlag auf das wirtschaftlichste Angebot erteilt wird — bewertet nach Preis und Qualität gemeinsam.
Definition lesenBieterfrage
Bieterfragen sind schriftliche Rückfragen von Bietern an den Auftraggeber zur Klärung von Unklarheiten in den Vergabeunterlagen.
Definition lesenBietergemeinschaft
Eine Bietergemeinschaft ist ein Zusammenschluss mehrerer Unternehmen, die gemeinsam ein Angebot abgeben und den Auftrag als Arbeitsgemeinschaft ausführen.
Definition lesenBietungssicherheit (Bürgschaft)
Eine Sicherheitsleistung — meist Bankbürgschaft, seltener Barhinterlegung — die Bieter bei Angebotsabgabe stellen müssen, damit ihr Angebot gewertet…
Definition lesenBilligstbieter
Das Billigstbieterprinzip bedeutet, dass der Zuschlag ausschließlich auf das preislich günstigste Angebot erteilt wird — ohne Berücksichtigung…
Definition lesenBindefrist
Die Bindefrist ist der Zeitraum, in dem ein Bieter an sein abgegebenes Angebot gebunden ist und es nicht zurückziehen oder ändern darf.
Definition lesenC
D
De-minimis-Regel
Die De-minimis-Regelung befreit Kleinstaufträge von den formalen Vergabevorschriften und ermöglicht eine formlose Beschaffung.
Definition lesenDirektvergabe
Die Direktvergabe ist die formloseste Vergabeart, bei der ein Auftrag ohne förmliches Vergabeverfahren direkt an ein Unternehmen vergeben wird.
Definition lesenDUNS-Nummer
Die DUNS-Nummer (Data Universal Numbering System) ist eine neunstellige Identifikationsnummer für Unternehmen, die in einigen Vergabeverfahren gefordert wird.
Definition lesenDynamisches Beschaffungssystem
Ein dynamisches Beschaffungssystem (DBS) ist ein vollelektronisches Verfahren, das während seiner gesamten Laufzeit für die Aufnahme neuer Bieter offen steht.
Definition lesenE
E-Rechnung
Die E-Rechnung ist eine elektronische Rechnung im strukturierten Datenformat, die bei Aufträgen des Bundes (und zunehmend der Länder) einzureichen ist.
Definition leseneForms
eForms ist der neue EU-weite Standard für die elektronische Veröffentlichung von Vergabebekanntmachungen, der die alten Standardformulare ablöst.
Definition lesenEigenerklärung
Eine Eigenerklärung ist eine schriftliche Erklärung eines Bieters über das Vorliegen oder Nichtvorliegen bestimmter Eignungsmerkmale oder Ausschlussgründe.
Definition lesenEignungskriterien
Eignungskriterien sind die Anforderungen an die fachliche, technische und finanzielle Leistungsfähigkeit eines Bieters zur Teilnahme an einem Vergabeverfahren.
Definition lesenEignungsleihe
Bei der Eignungsleihe stützt sich ein Bieter auf die Kapazitäten anderer Unternehmen, um die Eignungsanforderungen eines Vergabeverfahrens zu erfüllen.
Definition lesenEilrechtsschutz im Vergaberecht
Eilrechtsschutz im Vergaberecht bezeichnet die Möglichkeit, durch ein zügiges Nachprüfungsverfahren die Erteilung eines vermeintlich rechtswidrigen…
Definition leseneVergabe
eVergabe bezeichnet die vollelektronische Abwicklung öffentlicher Vergabeverfahren — von der Bekanntmachung über die Angebotsabgabe bis zur Zuschlagserteilung.
Definition lesenF
Fachlos
Ein Fachlos ist ein Los, das nach der Art der Leistung gebildet wird — typisch im Baubereich für einzelne Gewerke wie Elektro, Heizung oder Rohbau.
Definition lesenFreihändige Vergabe
Die freihändige Vergabe ist ein informelles Vergabeverfahren im Unterschwellenbereich, bei dem der Auftraggeber Angebote von ausgewählten Unternehmen einholt.
Definition lesenG
GAEB-Datenaustausch (.d83 / .x83)
GAEB-Dateien sind das Standard-Austauschformat für Leistungsverzeichnisse im Bauwesen. Auftraggeber stellen das LV als GAEB-Datei (z. B. .d83 oder…
Definition lesenGesamtvergabe
Eine Gesamtvergabe liegt vor, wenn ein Auftrag ohne Losaufteilung als ein einziger Auftrag vergeben wird — im Vergaberecht nur ausnahmsweise zulässig.
Definition lesenGWB (Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen)
Das GWB enthält in Teil 4 (§§ 97–184) die grundlegenden Vorschriften des deutschen Vergaberechts oberhalb der EU-Schwellenwerte.
Definition lesenI
Innovationspartnerschaft
Die Innovationspartnerschaft ist ein Vergabeverfahren zur Entwicklung und anschließenden Beschaffung innovativer Produkte oder Dienstleistungen, die am…
Definition lesenInteressenbekundungsverfahren
Ein Interessenbekundungsverfahren prüft vorab, ob private Unternehmen eine Leistung wirtschaftlicher erbringen können als der öffentliche Auftraggeber selbst.
Definition lesenK
KI-Transparenz (EU AI Act Art. 50)
Offenlegung welche Inhalte auf AusschreibungsRadar durch Künstliche Intelligenz erzeugt werden und welche regelbasiert oder manuell sind — in Umsetzung…
Definition lesenKonzession
Eine Konzession ist ein Vertrag, bei dem der Auftragnehmer das wirtschaftliche Risiko der Leistungserbringung trägt — die Vergütung erfolgt durch…
Definition lesenL
Leistungsbeschreibung
Die Leistungsbeschreibung definiert Art und Umfang der zu erbringenden Leistung und ist das zentrale Dokument der Vergabeunterlagen.
Definition lesenLos
Ein Los ist ein abgrenzbarer Teil eines Gesamtauftrags, der separat vergeben wird, um den Wettbewerb zu fördern und KMU die Teilnahme zu ermöglichen.
Definition lesenM
N
Nachprüfungsverfahren
Das Nachprüfungsverfahren ist der Rechtsschutz für Bieter bei Vergabeverstößen oberhalb der EU-Schwellenwerte, durchgeführt vor der Vergabekammer.
Definition lesenNachtrag / Nachtragsmanagement
Ein Nachtrag ist eine zusätzliche oder geänderte Leistung gegenüber dem ursprünglichen Vertrag, die gesondert vergütet wird. Nachtragsmanagement…
Definition lesenNachunternehmer
Ein Nachunternehmer (Unterauftragnehmer) ist ein Unternehmen, das vom Hauptauftragnehmer mit der Ausführung von Teilleistungen beauftragt wird.
Definition lesenNebenangebot
Ein Nebenangebot weicht von der Leistungsbeschreibung des Auftraggebers ab und bietet eine alternative Lösung an.
Definition lesenNichtoffenes Verfahren
Beim nichtoffenen Verfahren wird der Wettbewerb auf vorab ausgewählte Unternehmen beschränkt — nur nach einem Teilnahmewettbewerb darf ein Angebot abgegeben werden.
Definition lesenNUTS-Code
NUTS-Codes (Nomenclature des Unités Territoriales Statistiques) sind EU-weit standardisierte Regionalkennziffern zur geografischen Klassifikation von…
Definition lesenO
P
Preis-Leistungs-Verhältnis
Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist das zentrale Bewertungsprinzip im Vergaberecht, das Preis und Qualität eines Angebots in ein messbares Verhältnis setzt.
Definition lesenPräqualifikation
Präqualifikation ist ein vorgelagertes Verfahren, bei dem Unternehmen ihre Eignung vorab nachweisen und in ein Register eingetragen werden.
Definition lesenPublic Procurement
Public Procurement (öffentliches Beschaffungswesen) bezeichnet die Vergabe öffentlicher Aufträge durch staatliche Stellen an private Unternehmen.
Definition lesenR
Rahmenvereinbarung
Eine Rahmenvereinbarung legt die Bedingungen für Einzelaufträge über einen bestimmten Zeitraum fest, ohne konkrete Mengen verbindlich festzuschreiben.
Definition lesenReliability-Score (Auftraggeber-Bewertung) — warum wir bewusst darauf verzichten
Ein Reliability-Score wäre eine zusammenfassende Kennzahl, die das Verhalten eines öffentlichen Auftraggebers bewertet. AusschreibungsRadar berechnet und…
Definition lesenRüge
Die Rüge ist eine formale Beanstandung eines Vergabeverstoßes gegenüber dem Auftraggeber und Voraussetzung für ein Nachprüfungsverfahren.
Definition lesenS
Schwellenwert
Schwellenwerte sind die gesetzlich festgelegten Auftragswerte, ab denen eine EU-weite Ausschreibungspflicht besteht.
Definition lesenSektVO (Sektorenverordnung)
Die Sektorenverordnung regelt die Vergabe von Aufträgen durch Sektorenauftraggeber in den Bereichen Wasser, Energie, Verkehr und Postdienste.
Definition lesenStillhaltefrist
Die Stillhaltefrist nach § 134 GWB ist der Mindestzeitraum zwischen der Information der unterlegenen Bieter und der Zuschlagserteilung. In dieser Zeit…
Definition lesenSubmission / Submissionstermin
Als Submission (Submissionstermin) wird traditionell die Öffnung der eingegangenen Angebote zum Ablauf der Angebotsfrist bezeichnet. Heute erfolgt die…
Definition lesenT
Tariftreue / Tariftreuegesetz
Tariftreue bezeichnet die Pflicht, bei der Ausführung öffentlicher Aufträge bestimmte tarifliche oder gesetzliche Mindestentgelte zu zahlen. Ob und in…
Definition lesenTED (Tenders Electronic Daily)
TED ist die offizielle Ausschreibungsdatenbank der Europäischen Union, auf der alle EU-weiten öffentlichen Vergaben veröffentlicht werden.
Definition lesenTeilnahmewettbewerb
Der Teilnahmewettbewerb ist die erste Stufe eines zweistufigen Vergabeverfahrens, in der die Eignung der Bewerber geprüft wird.
Definition lesenTeilposition
Eine Teilposition ist ein technischer Untereintrag innerhalb einer Ausschreibung — z.B. eine einzelne Lieferposition, eine Verbindung oder eine…
Definition lesenU
UfAB
Die UfAB („Unterlage für Ausschreibung und Bewertung von IT-Leistungen”) ist ein vom Bund herausgegebener Leitfaden für die Beschaffung von IT-Leistungen…
Definition lesenUnterschwellenvergabe
Unterschwellenvergabe bezeichnet die Vergabe öffentlicher Aufträge unterhalb der EU-Schwellenwerte nach nationalem Vergaberecht.
Definition lesenUVgO (Unterschwellenvergabeordnung)
Die UVgO regelt die Vergabe öffentlicher Liefer- und Dienstleistungsaufträge unterhalb der EU-Schwellenwerte.
Definition lesenV
VEAT — Direktvergabe-Ankündigung
Eine Voluntary Ex-Ante Transparency Notice (VEAT) ist die freiwillige Ankündigung einer Direktvergabe ohne Wettbewerb. Mitbewerber können in einer…
Definition lesenVergabe-Compliance
Vergabe-Compliance umfasst alle Maßnahmen, die sicherstellen, dass Unternehmen die vergaberechtlichen Vorgaben einhalten und Ausschlussgründe vermeiden.
Definition lesenVergabekammer
Die Vergabekammer ist die erste Instanz für Nachprüfungsverfahren im Vergaberecht oberhalb der EU-Schwellenwerte.
Definition lesenVergabeplattform (eVergabe)
Eine Vergabeplattform ist ein elektronisches Portal, über das öffentliche Auftraggeber Bekanntmachungen veröffentlichen und Vergabeunterlagen…
Definition lesenVergaberecht
Vergaberecht ist die Gesamtheit der rechtlichen Vorschriften, die das Vergabeverfahren öffentlicher Aufträge regeln. Es soll Wettbewerb, Transparenz und…
Definition lesenVergabesenat
Der Vergabesenat ist ein spezialisierter Senat eines Oberlandesgerichts, der über sofortige Beschwerden gegen Entscheidungen der Vergabekammern…
Definition lesenVergabestatistik
Die Vergabestatistik erfasst systematisch Daten zu öffentlichen Vergabeverfahren und bildet die Grundlage für die Analyse des Beschaffungsmarktes.
Definition lesenVergabestatus
Der Vergabestatus zeigt an, ob ein Vergabeverfahren mit einem Zuschlag endete und — falls nicht — warum nicht. AusschreibungsRadar wertet dafür die…
Definition lesenVergabeunterlagen
Vergabeunterlagen sind die Gesamtheit aller Dokumente, die der Auftraggeber den Bietern zur Verfügung stellt — von der Leistungsbeschreibung bis zu den…
Definition lesenVergabevermerk
Der Vergabevermerk ist die lückenlose Dokumentation des gesamten Vergabeverfahrens durch den Auftraggeber — von der Bedarfsfeststellung bis zur Zuschlagserteilung.
Definition lesenVerhandlungsverfahren
Im Verhandlungsverfahren kann der Auftraggeber mit den Bietern über deren Angebote verhandeln — im Gegensatz zum offenen und nichtoffenen Verfahren.
Definition lesenVertragsänderung im Vergaberecht
Eine Vertragsänderung im Vergaberecht ist eine wesentliche Abweichung vom ursprünglich ausgeschriebenen Vertrag. Wesentliche Änderungen können…
Definition lesenVgV (Vergabeverordnung)
Die Vergabeverordnung (VgV) regelt die Vergabe öffentlicher Liefer- und Dienstleistungsaufträge oberhalb der EU-Schwellenwerte in Deutschland.
Definition lesenVOB (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen)
Die VOB regelt die Vergabe und Vertragsabwicklung von Bauleistungen durch öffentliche Auftraggeber in Deutschland.
Definition lesenVOB/B
VOB/B ist Teil B der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen — die „Allgemeinen Vertragsbedingungen für die Ausführung von Bauleistungen”. Sie…
Definition lesenVOB/C
VOB/C ist Teil C der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen — die „Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen für Bauleistungen” (ATV). Sie…
Definition lesenVOL (Vergabe- und Vertragsordnung für Leistungen)
Die VOL regelte die Vergabe von Liefer- und Dienstleistungen durch öffentliche Auftraggeber. Sie wurde im Oberschwellenbereich durch die VgV abgelöst.
Definition lesenVorinformation
Eine Vorinformation (Prior Information Notice) ist eine vorläufige Bekanntmachung, mit der ein Auftraggeber den Markt frühzeitig über geplante…
Definition lesenW
Wertgrenze
Wertgrenzen bestimmen, ab welchem Auftragswert welche Vergabeverfahren angewendet werden müssen.
Definition lesenWertungskriterien
Wertungskriterien sind die konkreten Bewertungsmaßstäbe, anhand derer die Qualität der Angebote bewertet und verglichen wird.
Definition lesenWettbewerblicher Dialog
Der wettbewerbliche Dialog ist ein Vergabeverfahren für besonders komplexe Aufträge, bei dem der Auftraggeber mit den Bietern in einer Dialogphase…
Definition lesenWirtschaftlichkeit
Das Wirtschaftlichkeitsprinzip besagt, dass der Zuschlag auf das wirtschaftlichste Angebot erteilt wird — das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, nicht…
Definition lesenZ
Zuschlag
Der Zuschlag ist die rechtsverbindliche Annahme eines Angebots durch den Auftraggeber und begründet den Vertrag zwischen Auftraggeber und Bieter.
Definition lesenZuschlagsfrist
Die Zuschlagsfrist ist der Zeitraum, innerhalb dessen der Auftraggeber den Zuschlag erteilen muss — sie entspricht in der Praxis der Bindefrist der Bieter.
Definition lesenZuschlagskriterien
Zuschlagskriterien sind die Maßstäbe, anhand derer der Auftraggeber das wirtschaftlichste Angebot ermittelt und den Zuschlag erteilt.
Definition lesenØ
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